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Neidlingen
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TC Neidlingen ernennt Ernst Hepperle zum 1. Ehrenvorstand

Am vergangenen Samstag, im Rahmen des alljährlichen TC Neidlingen Sommernachtsfests stand eine besondere Ehrung an. Ernst Hepperle wurde für seine besonderen Verdienste, wie die Vereinsgründung, sowie den Bau der Tennisanlage inklusive dem Tennisheim, zum 1. und bisher einzigen Ehrenvorstand des TCN ernannt.
Vor über 37 Jahren hatte Ernst Hepperle im Krankenbett die Idee zum Bau einer Tennis-Anlage und Gründung des Tennisclub Neidlingen. Vermutlich hat diese Idee seine Genesung beschleunigt, denn viel Zeit blieb Ernst damals nicht, da das Bauvorhaben zum neuen Sportplatz schon weit fortgeschritten war und ihm sofort klar war, dass nur im Zuge dieser Bauarbeiten zum neuen Sportplatz, und der damit verbundenen Flurbereinigung, das Projekt Tennisclub in Neidlingen gelingen konnte.
Dadurch praktisch „wundergeheilt“ sprang Ernst aus dem Krankenbett, verließ das Krankenhaus, um „schnurstracks“ nach Neidlingen zurückzurasen. Sofort hat Ernst, durch seine engen Verknüpfungen in der Baubranche, alle Hebel in Bewegung gesetzt und mit sämtlichen planerischen Gedankenspielen begonnen.
Als damaliges Mitglied im Gemeinderat Neidlingen hat er auch dort seine Idee gleich vorgetragen und von Herrn Bürgermeister Rieker und seinen Gemeinderats-Kollegen vielleicht sogar den einen oder anderen etwas fragwürdigen Blick erhalten – aber das hat ihn nicht von seinem Vorhaben abgebracht.
Parallel wurden alle Tennis-Interessierte, die sich damals schon hin und wieder auf dem alten Festo Parkplatz getroffen haben, um ein Seil zu spannen, und die gelbe Filzkugel drüber zu klopfen, zusammengetrommelt, mit seiner Begeisterung angesteckt und in den Bann gezogen! Alle waren gleich mit an Bord!
Jetzt fehlten nur noch die „klitzekleinen Kleinigkeiten“ der Detailplanung, der Umlegung der Grundstücke, die Überzeugungsarbeit der Grundstückseigentümer zum Verkauf ihrer „Stückla“ für einen Tennisplatz – mancher hat, so seine Interpretation der Gesichtsausdrücke bei den Verhandlungen, sich sicher gedacht „jetzt isch dr Ernst komplett nomgschnappt! En Tennisplatz en Neidlinga!!!“ Aber alle Mühen, und die Steine, ja vielleicht sogar der eine oder andere Brocken, im Weg, haben ihn nicht von seiner Vision abbringen können – im Gegenteil, er hat damals schon, wie im Leistungssport auch, gespürt, dass ihn solche Herausforderungen, ja diese Drucksituationen eher noch mehr anspornen, um am Ende „als Sieger vom Platz zu gehen!“
Nun stand die Planung, die Verhandlungen zu den Grundstückskäufen waren hart und zäh, aber schließlich wurden auch diese erfolgreich abgeschlossen. Dabei musste Ernst bzw. der TC Neidlingen die Käufe direkt finanzieren und durchführen – obwohl Bürgermeister Rieker seine Unterstützung natürlich sofort zugesichert hat, ging es administrativ nicht anders. Also, mal kurz noch nebenbei die Finanzierung auf die Beine gestellt und die Käufe mit den Verkäufern und dem Notar „dingfest“ gemacht.
So, jetzt war’s geschafft, mag der eine oder andere Tennisfreak schon gedacht haben – aber weit gefehlt! Wenn seine Tennisfreunde zu dem Zeitpunkt gewusst hätten, auf was sie sich da eingelassen haben, gäbe es vermutlich heute noch keinen Tennisplatz. Denn jetzt ging die Schufterei für alle erst richtig los.
 
Über seine Verbindungen in der Baubranche hast er sämtliche Chef-Etagen seines „Bau-Telefonbuchs“ angerufen und erneut, mit überzeugender und ausdauernder Kraft, die Kollegen überredet, sich bei solch einem gemeinnützigen Projekt für kleines Geld oder sogar völlig „koschdalos“ zu engagieren. Ob Steine, Holz, Dämmmaterialien oder Dachziegel – an alles „isch dr Ernscht irgendwia noakomma – bis heut wois des bloß er selber, wie er des gmacht hoat“!!!
So kam es auch, dass schon am Tag nach der Baufreigabe die Freunde der Firma Erdbau-Fischer mit schwerem Gerät anrückten, um den Aushub der Anlage durchzuführen. Sofort wurden alle Gründungsmitglieder zusammengetrommelt, der Bauwagen auf der neuen Baustelle aufgestellt und zur ersten offiziellen Bauversammlung zusammengerufen.
Mit einem klaren Plan und den bereitwilligen Freiwilligen ging’s nun los. Tag für Tag – meist nach Feierabend und vor allem an allen Samstagen und sogar Sonntagen wurde von nun an geschuftet was das Zeug hält!!! Und die Frauen der „Baumeister“ wurden natürlich nicht ausgelassen – sie mussten sich verpflichten, fürs leibliche Wohl zu sorgen, damit die müden Männer munter und bei Kräften blieben und nicht vorzeitig zusammenbrachen.
Bei Wind und Wetter, hat Ernst, als treibende Kraft, seine Freunde und Kameraden immer wieder motiviert, um das große Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Klare Ansagen, wie in der Baubranche so üblich, wie „auf jetzt Männer, raus aus dem Karra, der Beton kommt!“, waren keine Seltenheit und führten schon auch mal zu Missmut.
Aber schließlich war es Ernst damals schon klar, dass wenn es einen „Einbruch“ im Engagement geben könnte, wäre das ganze Projekt Tennisclub in Gefahr – und das durfte untern keinen Umständen passieren.
Sozusagen in Windeseile, nach nur 3-monatiger Bauzeit, konnte nun im Februar 1983, bei Minusgraden, das Richtfest des Tennisheims gefeiert werden. Aber auch danach, hat Ernst Hepperle, seiner Erika und seinen Gründungsmitgliedern keine Verschnaufpause gegönnt – sondern ist weiterhin stets am Ball geblieben. Bis zur Fertigstellung des Tennisheims und der Plätze; schon im Mai 1983.
Am Pfingstwochenende wurde dann gebührend mit allen Mitgliedern, Freunden, Geschäftspartnern und Offiziellen die Einweihung der Anlage gefeiert. Ganze 3.200 freiwillige Arbeitsstunden wurden an Abenden und an etwa 26 Wochenenden für den Bau der schönen TCN Tennisanlage aufgewendet. Rechnet man das in Arbeitstage um, stehen hier sage und schreibe 400 Arbeitstage zu je 8 Stunden zu Buche – und das alles freiwillig, ehrenamtlich und nebenberuflich – heutzutage unvorstellbar, und das Ganze noch in einem Zeitraum von nur knapp 7 Monaten!!!
Da muss man größten Respekt vor allen damaligen Gründungsmitgliedern, Mitgliedern und Helfern zollen!!!! Das ist eine wahnsinnige Leistung, die es so vermutlich nicht mehr geben kann!!! Nun war es geschafft!!! Jetzt konnte das Vergnügen beginnen – und das tat es auch. Jetzt war der TCN für den großen Tennis-Boom gerüstet, was zwar zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar war, aber nur 2 Jahre später hielt auch in Neidlingen der große Tennis-Boom Einzug.
Am 07. Juli 1985 machte unser BumBum-Boris die Sensation von Wimbledon wahr und ist, nebenbei bemerkt, noch immer der jüngste Wimbledon-Sieger aller Zeiten! Auch ein junges Mädel, namens Steffi Graf, machte zu den Zeiten schon mit dem einen oder anderen Turniersieg auf sich aufmerksam und beide waren DIE Auslöser dafür, dass nun fast jeder in Deutschland mit dem Holzschläger die gelbe Filzkugel mit „högschder Kraft und Präzision“ übers Netz dreschen wollte. Aber das war für den TCN kein Problem – im Gegenteil, man war ja zu diesem Zeitpunkt bereits bestens aufgestellt!!!
Für diese außergewöhnliche Leistung, plus noch weitere 11 Jahre Vereinsvorstand, ernannte am vergangenen Samstag, den 28. Juli 2018 die Vorstandschaft (Daniela Einsele, Klaus Moll, Reiner Dosch und Alexander Amiri) im Namen des gesamten TCN-Ausschusses Herrn Ernst Hepperle zum ersten und einzigen Ehrenvorstand!
Natürlich wurde der Dank auch an seine Erika ausgesprochen – stellvertretend für alle Helferinnen, die ihren „Baumännern“ stets den Rücken freigehalten und sie nach allen Kräften unterstütz haben.
Der Bürgermeister Klaus Däschler lies es sich nicht nehmen, und richtete ebenfalls ein paar Worte des Dankes und der Anerkennung an Ernst und Erika Hepperle. Auch unser Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger Ulrich Rieker, mit Frau Rosemarie, sprach noch ein paar ganz persönliche Worte zu Ernst und Erika und überreichte auch ein persönliches Geschenk zum Zeichen der Anerkennung.
Herzlichen Glückwunsch Ernst Hepperle zum TCN Ehrenvorstand.
 
Weiter wurden geehrt für 25 Jahre TCN Mitgliedschaft:
Elsbeth Linsenmayer, Daniel Hepperle, Stefanie Ginger
 
Spieler des Jahres wurde Matthias Gölz von den Herren 30.
 
Der TCN Vorstand
Daniela Einsele, Klaus Moll, Reiner Dosch (mittlerweile ausgeschieden), Alexander Amiri

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Veröffentlicht
10:45:00 02.08.2018